Wenn William McCarthy etwas anpackt, dann wird das immer gut: Das war bei den Augustines so, das ist jetzt solo so. Am 12. April schaut er hier in München vorbei und wir sind stolz, die Show des Ausnahmemusikers und Geschichtenerzählers im Hansa39 präsentieren zu dürfen. 

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„Over-sharing“ ist etwas, was es bei William McCarthy nicht gibt. Gefühlt hat uns der frühere Frontmann der Augustines schon mehrfach seine tiefstes Inneres nach außen gekehrt und uns – auf gut deutsch gesagt – vor die Füße gekotzt. Wir haben bei den legendären Shows des Trios mit ihm und seinen Geschichten gelacht, getrunken und ein Tränchen weggedrückt. Die Lieder der Augustines, für die McCarthy immer verantwortlich war, waren wie die Worte zwischen besten Freunden. Grundtenor: „It’s life. Deal with it.“ Ihre Shows waren wie lang erhoffte Wiedersehen.

Die letzte Show in München sollte auch die letzte für die Band-Formation von William McCarthy bei uns sein. Der Schock war groß: Die Augustines lösen sich auf, lang leben die Augustines. Ein letztes Mal „Weary Eyes“ in einem vollen Backstage Werk mitsingen, ein letztes Mal den „Chapel Song“ in echt hören. Dann die Erlösung: Schon bei der Show deutete Billy McCarthy an, dass das nicht das Ende seiner Musikkarriere wäre.

William McCarthy is back: „Time Ain’t Always By My Side“

Nun die Gewissheit: William McCarthy kommt zurück. Einen ersten Song hat er veröffentlicht, „Time Ain’t Always By My Side“ heißt er und ist der Vorgeschmack auf das Solo-Album, das im Sommer kommen soll. Gratis und ohne weitere Verpflichtungen hat er ihn auf seine Seite zum Download bereit gestellt. Produziert wurde von keinem Geringeren als Eric Sanderson, McCarthys Augustines-Kollegen. Und ja, William McCarthy erzählt einmal mehr aus seinem Leben, dass man sofort Gänsehaut bekommt.

Er erzählt von einer Reise, von den Zweifeln und von seinem zeitlichen Missmanagement. Begleitet wird er von einer Gitarre natürlich, von einem Klavier, von Streichern und –  weil er klotzen darf – Bläsern. „Time Ain’t Always By My Side“ ist ein schöner Song, der natürlich vor allem von McCarthys unverkennbarer Stimme und all seiner Emotionalität, die er in sie legt, lebt. Wenn man ein Bild braucht: Wie die Decke, in die man sich kuscheln kann. Wie das Glas Bier, mit dem man seinem Spezl zuprostet. Wie dieser eine Abend mit Freunden im Sommer, von dem man nie wollte, das er endet. Kurzum: Der Track macht sehr viel Lust auf das Album im Sommer und auf die Live-Shows davor. Wenn die letzten beiden Augustines-Alben der letzte Bandstandard waren, dann ist das McCarthys Schritt zurück zum Debüt „Rise Ye Sunken Ships“ der Band, die damals noch „We Are Augustines“ hieß: Weniger poliert, McCarthy komplett im Vordergrund.

Zurück zum Augustines-Debüt

So schön die letzten beiden Platten „Augustines“ und „This Is Your Life“ waren, so sehr wird „Rise Ye Sunken Ships“ immer die Blaupause von William McCarthys Leben im Jahr 2011 sein. Es sind seine Geschichten, besonders die traurigen, die er uns auf dem Band-Debüt präsentierte. Auf den letzten beiden Platten hat sich der New Yorker erholt und ja, wir gönnen es ihm alle. Dass er sich jetzt aber wieder auf rougheres Terrain begibt und zum wiederholten Mal mehr von sich preisgibt, freut uns natürlich auch ungemein. Die Bläser vom „Chapel Song“, die Mitklatsch-Sequenz von „Augustine“, die Verzweiflung von „Rise Ye Sunken Ships“, die Zuversicht von „Augustines“ und schließlich den Optimismus von „This Is Your Life“ – all das möchten wir mit William McCarthy bei seinen Solo-Shows in alten und neuen Solo-Songs hören und mit ihm erleben.

Bereits 2015 war William McCarthy allein unterwegs: „Journals, Maps, Stories and Songs – An Evening with William McCarthy of Augustines“ nannte sich das damals.

Dafür wurde der Vollbart- und Hutträger mit Lob überhäuft: Der britische Independent sprach von einer „jaw-dropping knockabout oddyssey“ und Listen up Manchester erkannte nachvollziehbar und korrekt: „He can take a room from engrossed silence to arms-in-the-air ecstasy in minutes“. Das ist es: William McCarthy reißt mit. Wir alle waren schon mal in der Nähe oder genau da, wo er sich in seinen Geschichten befindet. Er schönt nicht, er hält nicht mit Gefühlen und Erlebtem hinter dem Berg zurück – und genau deshalb kommt er uns wie ein guter Freund vor. Mit seiner „Music For the People“-Tour begibt er sich jetzt im Frühjahr wieder unters Volk.

William McCarthy live in München

Also, packt euren eigenen besten Freund oder die beste Freundin am Arm und macht euch am 12. April auf den Weg ins Hansa39: Einer von den Guten erzählt, singt und trinkt mit uns. Das wird ein großartiger Abend, der uns und William McCarthy vor allem zwei Dinge bescheren wird: eine verdammt gute Zeit und diese eine Geschichte über einen coolen Abend mehr im Leben. Tickets gibt es für 18 Euro beim Vorverkaufsdealer eures Vertrauens. Wer nicht in München wohnt, darf sich hie rüber Besuch vom McCarthy Billy freuen:

06. April – Mainz, Schon Schön
07. April – Hamburg, Molotow
08. April – Berlin, Bi nuu
10. April – Hannover, Faust
11. April – Nürnberg, Club Stereo
12. April  – München, Hansa39
14. April – Leipzig, Neues Schauspiel
15. April – Köln, Gebäude 9