Obacht, das Wochenende beginnt diese Woche am Donnerstag: The Dirty Nil kommen in die Stadt! Am Donnerstagabend gastieren die kanadischen Jungs zum vierten Mal insgesamt und zum dritten Mal als Headliner in München. Im Interview reden sie über das lezte Jahr und was sich seit „Higher Power“ so getan hat. Wir sagen: Hingehen!

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Fast ein Jahr ist seit dem Release ihres Debüt-Albums „Higher Power“ vergangen, es gab eine Solo-Tour und eine mit Billy Talent, unzählige Bühnenauftritte und jetzt vor einer Woche auch noch eine neue Compilation mit alten Songs: The Dirty Nil sind eine viel beschäftigte Band. Stoff für ihre explosiven Live-Shows, für die sie bekannt sind, Anekdoten aus dem Tourleben und Freude über eine ganz besondere Auszeichnung gibt es genug. Aber was ist neu, was ist anders? Wir haben nachgefragt!

Gerade eben ist eure Compilation „Minimum R&B“ erschienen. Die klingt rauher als euer Debüt „Higher Power“. Kehrt ihr zu dieser Richtung zurück – etwas wilder, aber immer noch mit den großartigen Mitsing-Refrains?

Die ganzen Songs auf dieser Compilation wurden vor „Higher Power“ aufgenommen. Das Material ist ein Abbild der Band in ihren ersten paar Jahren, von 2011 bis 2014. Es ist ein gutes Mittel, neuen Fans zu zeigen, woher wir kommen und alten Fans die alten Songs zugänglich zu machen. Auf unserem nächsten Album wollen wir allerdings etwas anders ausprobieren: Es wird immer noch laut und unsauber sein, aber es wird auch Zeit für etwas Neues.

Rock and Roll forever

Ihr habt einen Juno Award gewonnen. Gratulation! Hat sich damit oder danach etwas für euch verändert? Hättet ihr gedacht, dass ihr jemals den höchsten kanadischen Musikpreis gewinnen würdet?

Es ist eine große Ehre von der kanadischen Musikindustrie ausgezeichnet zu werden. Wir hätten nie im Leben damit gerechnet, mit einem Juno ausgezeichnet zu werden. Unsere Eltern fragen jetzt jedenfalls nicht mehr so oft, wie die Jobsuche denn so läuft!

Euer Bassist Dave Nardi hat die Band verlassen. Wieso? Und wer ersetzt ihn?

Wir wollten einfach in andere Richtungen und andere Dinge und so haben sich unsere Wege einfach getrennt. Unser langjähriger Freund und Kumpel Ross Miller spielt jetzt mit in der Band. Dave Nardi spielt jetzt in anderen Bands, Sweet Dave und Shallow Graves – gemeinsam mit David O’Connor von Burning Love, TV Freaks und anderen Punkbands aus Ontario.

Ihr habt in den richtige großen Venues in Europa gespielt als ihr mit Billy Talent auf Tour wart. Jetzt kommt ihr in die kleineren Hallen zurück. Was mögt ihr lieber – die fetten Riesenhsows als Opener oder die kleineren als Headliner? Und konntet ihr euch einen Tour-Trick von den alten Bühnenhasen abschauen?

Eine Stadionshow zu spielen ist überwältigend! Da war so viel Energie und es hat Spaß gemacht und wir haben so viel dabei gelernt. Ich [Sänger Luke] mag die kleinen Clubshows aber immer noch am liebsten. Das Publikum ist so richtig bei dir und das merkst du auf der Bühne dann auch. Sieh ihnen in die Augen und bau eine Verbindung auf! Allerdings könnte ich mich an das Catering bei den großen Shows gewöhnen! Wir haben bei den großen Shows allerdings auch gelernt, wie wir besser auf uns Acht geben: Das alles hier ist unser Job und wenn man seinen Körper und seinen Geist nicht gut behandelt, kann man diesen Job nur sehr schwer erledigen. Außerdem haben wir gelernt, dass man vermutlich ewig vom Catering-Essen leben kann, wenn man es einpackt! Es ist der beste Job der Welt, ganz ehrlich. Rock and Roll forever.

So, Freunde, und jetzt noch mal: Geht da hin! The Dirty Nil sind laut und fetzig, jung und sie haben Bock! Los geht’s 20.30 Uhr im Orangehouse im Feierwerk. Nicht fürsorglich, sondern nur gut gemeint (weil selber gelernt): Packt die Ohrstöpsel ein, die Buben nehmen Trommelfelle als Gefangene. Und das tun sie gut und immer wieder.