Solange das Wetter macht, was es will, machen wir das auch. Im April gabs keine Konzerttipps, wir gingen kurzerhand in die Winterschlaf-Verlängerung. Dafür starten wir mit handverlesenen Konzerttipps in den Mail. Et voilà!

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Renzo

8. Mai | Sugarhill Gang | Ampere

Die Hip-Hop-Pioniere geben sich die Ehre: Ihr „Rapper’s Delight“ aus dem Jahr 1979 gilt als Genre-Klassiker des Genres. Drei Jahrzehnte nach dem Release kommen die beiden verbliebenen Originalmitglieder Wonder Mike und Master Gee mit ihrem funky Bang-Bang-Boogie noch einmal auf Tour. Ihren Überhit werden die Herren sicherlich auch im Ampere zum Besten geben. Mal sehen, ob sie immer noch so mellow sind. Hier nochmals zum Auffrischen ihren Überhit:

14. Mai | Bruno Mars | Olympiahalle

Der Meister ist zurück! Bruno Mars fegt wie ein junger Michael Jackson geschmeidig über die Bühne, tänzelt und entzückt nicht nur Teenie-Girls mit seinem Falsett. Live ist der Hawaiianer ein absolutes Must-Have-Seen. Leider werde ich es dieses Mal nicht in die Olympiahalle schaffen, um mir seine smoothen Moves und die funky Show zu geben, da ich mich in Italien von den Strapazen der letzten Wochen erhole. In Cinque Terre werde ich aber am Sonntag mindestens einmal den „Uptown Funk“, „Treasure“ und „24 Magic“ durch die norditalienischen Hügel dröhnen lassen und zu „Locked Out Of Heaven“ am Meer wild uh-ahen.

29. Mai | Cody Chesnutt | Milla

Vielen ist Cody Chesnutt vermutlich dank eines „Remakes“ bekannt: Der Hit „The Seed“ von The Roots basiert auf dem gleichnamigen Song des Neo-Soul-Sängers aus Atlanta. Das laszive Stück ist einer von insgesamt 30 Titeln auf dem Debütalbum „The Headphone Masterpiece“, das der Sänger mit Mitte 30 veröffentlichte. Mittlerweile ist der Musiker fast 50 und legt im Juni sein neues Studioalbum „My Love Divine Degree“ vor. Darauf gibt es wieder eine actionreiche Mischung aus Funk, Soul und Rhythm’n’Blues auf die Ohren, die an eine Kombination aus D’Angelo, Prince und Common erinnert. Einen ersten Vorgeschmack liefert die mitreißende, edgy Soulnummer „Image Of Love“. Könnte ziemlich heiß werden in der Milla.

Ursi

09. Mai | DMA’s | Hansa 39

Ach Britpop, du warst so schön vor zwanzig Jahren und ja, Oasis hören wir manchmal immer noch gern. Das tun die DMA’s aus Down Under auch: Die Australier klingen wie die Cousins der Gallagher-Brüder und kommen für zwei Termine nach Deutschland und begrüßenswerterweise ist ein Tourstopp in München. „Hills End“ hieß ihre großartige erste Platte, 18 Monate war das Trio auf Tour und juhuu, sie sind live eine Schau. Manchmal klingen sie live genauso nach Britpop wie sie das auf ihrem Debüt tun und manchmal werden sie zur wilden Garagenband. Das Trio aus Australien spricht wenig mit dem Publikum, sondern ist vor allem hier, um genau eins zu tun: Musik zu spielen. Und das ganz schön gut! Live im Hansa39 auf dem Feierwerksgelände.

10. Mai | Sleaford Mods | Freiheiz

Da schau her: Entweder man liebt sie oder man hasst sie, die Sleaford Mods aus Nottingham. Das Duo, das sich durch schnelle Beats, zornige Texte und irgendwas zwischen Post-Punk und Hip-Hop auszeichnet, lädt zum Zappeln ins Freiheiz. Man darf ihnen ein wuterfülltes „T! C! R!“ entgegen schreien und zu „BHS“ mitwackeln. Denn still stehen ist nicht möglich bei den Sleaford Mods. Fast alle Songs sind gespickt mit „Explicit Lyrics“, auch die auf ihrem neuen Album „English Tapas“. Was für ein schöner Name! Manchmal klingen sie wie The Streets, allerdings ist Jason Williamson am Mikro durchweg grantiger. Die Show im Freiheiz ist ausverkauft.

27. Mai |Milla Walky Talky | Westermühlstraße

Rund um den besten Untergrundladen der Stadt, der Milla, geht’s rund am 27. Mai: Das zweite Milla Walky Talky findet statt. In 30 Läden rund um die Westermühlstraße gibt’s ingesamt 30 musikalische Acts zu sehen und die können sich hören und sehen lassen: Trümmer, Hundreds und Dena, Dreiviertelblut und Sewicide von Beißpony, die Express Brass Band und das Refugee Rap Squad, der Münchner Kneipenchor und der Bud Spenzer Heart Choir und noch ein ganzer Schwung mehr – sie alle verwandeln die Westermühlstraße in einen Musikhimmel. Ab 19 Uhr gibt es Konzerte in der St. Maximilianskirche an der Isar, im Kiddo und in der Milla. Kuratiert wird das kleine, feine Festival von den Hauskonzerte-Jungs und der Milla-Crew, Tickets gibt es für 25 Euro und Spaß ist garantiert.

Kerstin

10. Mai |John K. Samson | Ampere (Muffatwerk)

Kanadas bester Mann kommt. Die meisten haben die Trennung der heißgeliebten The Weakerthans wohl immer noch nicht verwunden, da verschafft zumindest die Gewissheit Linderung, dass Mastermind John K. Samson weitermusiziert. Gar in ähnlicher Manier und zum Glück auch hin und wieder mit einem Tourstopp in München gekrönt. Diesmal hat er sein aktuelles Solo-Album „Winter Wheat“ dabei. Eines der großen Alben des letzten Jahres. Von kanadischen Wintern, Vampiren und Powerpoint wird er singen, aber erfahrungsgemäß auch alte, geliebte Bandweisen zum Besten geben. Hemmungsloses Schmachten ist erlaubt, nein, erwünscht!

13. Mai |Ásgeir | Strom

Drei Jahre mussten Fans von Ásgeir Trausti auf sein neues Album „Afterglow“ warten. Das Iceland Airwaves Festival, das heimische Radio, Nationalikone Björk – ihrerseits bekennende Verehrerin – und seine Landsleute verhalfen dem Erstling des Isländers zum schnellstverkauften Debüt der Insel. Inzwischen macht er sich mit neuen, feinen Klängen, glockenklarer Stimme, gehörig Island Soul (sollte es den geben…) und einer angenehmen Portion Schwermut auf die Welt zu erobern. Irgendwo zwischen Bon Iver, James Blake und Sigur Rós wandeln die Stücke des Mannes, dessen Namen wohl bald eine Menge mehr Menschen kennen werden (und dazu lernen, wie man ihn richtig ausspricht). Die Show im Strom ist bereits seit geraumer Zeit ausverkauft, vermutlich wird die nächstgrößere aber nicht allzu lange auf sich warten lassen.

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