Endlich ist er hier, der Sommer. Und sollte er sich zwischendurch doch mal wieder rar machen, macht’s nichts, wir versorgen euch während der kommenden Monate mit frischen Songs, die bei jedem Wetter Laune machen – egal ob an der Isar, am Pool, am Meer oder auf’m heimischen Balkon.

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Kerstin

Jetzt noch Sonne, in 10 Minuten potentieller Monsoon, keiner hat Zeit für Romane, also hurtig! Tom Petty sagt wiedermal Hallo, genauso wie Ryan Adams von den B-Seiten seiner letzen LP „Prisoner“, dazu Stephen Malkmus und der jüngste, einmal mehr unverschämte Song von The National. Asgeìr grüßt aus Island, Abay aus dem Scooter-Delirium und Arcade Fire scheißen sich bei ihrer neuesten Song-Extravaganza endgültig überhaupt gar nix mehr und mixen erfolgreich Abba mit Panflöte (Wieso funktioniert sowas???). Das neue Portugal. The Man Album dürfte, wenn es nach den ersten Singles geht, ehrlich unglaublich werden, PJ Harvey ist wie gewohnt der Fels in der Brandung und mit Sigrid haben Adele und MØ jetzt eine kleine musikalische Halb-Schwester in Norwegen. Benjamin Booker veröffentlicht heute sein neues Album „Witness“ und John K. Samson muss allein schon wegen seiner glänzenden Show kürzlich im Ampere mit einem The Weakerthans Klassiker vertreten sein. Einen brandneuen Song gab’s gestern von den Blackout Problems in Kollaboration mit Christian Löffler und der Überraschungsanschlag schlechthin kam ebenfalls gestern mit einer neuen Foo Fighters Single inkl. Video unter der Regie von Grohl himself (ist der Protagonist eigentlich der vom Make-Up Department altersmäßig aufgebrezelte Saul „Homeland“ Berentzen?). Beschlossen wird mit echt erfreulichem Nicht-ganz-Neu-Material von At the Drive-In. Einzige Frage zum Schluss: Wie zum Teufel funktioniert jetzt der Übergang zu Salt’n’Pepa? Renzo, übernehmen Sie!

Renzo

R U Ready? wollen Salt’n’Pepa wissen. Ja, sowas von. Endlich ist er hier, der Sommer. Ich surfe auf einer Nostalgiewelle in die Hitzeferien. Will Smith macht uns jiggy, während sich TLC nach knapp zwei Jahrzehnten diesen Sommer mit neuen Songs zurückmelden. Die klingen frisch und spulen mich trotzdem „Way back“. Hochkarätige Unterstützung holten sich die beiden verbliebenen Bandmitglieder dank ihrer Crowdfunding-Aktion an Bord. Darunter auch Snoop Dogg, dessen redzuierten Beats Leyya mit ihrem neuen Track „Zoo“ und Kaytranada mit seiner sommerfrischen Housenummer „You’re The One“ aufgreifen. Lorde macht auch im Chromeo-Remix „bella figura“, die Gorillaz und Little Dragon schießen uns noch weiter raus, bevor uns Spoon wieder auf den Boden zurückholt. Darauf nochmals ein kleiner Flashback in die Neunziger mit Blue Boy, dessen Italodisco von Phoenix mit „Ti amo“ in die Neuzeit holen. Ja, wir lieben euch auch, Boys! Ungewohnte Feel-Good-Vibes gibt’s von Dan Auerbach auf seiner Solo-Single „Shine On Me“. Neues gibt es von Haim, die auf „Want You Back“ einer Sommerliebe hinterherschmachten, darauf ein Klassiker von INXS für heiße Sommernächte. Und wenn wir schon in den Achtziger sind: Drayl Hall & John Oates dürfte nur wenigen ein Begriff sein – „Maneater“ hingegen schon. Leise sagen wir „Baba“, natürlich mit Bilderbuch.

Ursi

Okay, mit mir gehts durch. Wenn ich könnte, hätte ich auch noch Spoon, Phoenix und Dan Auerbach in die Playlist geworfen, aber da war Renzo schneller. Dafür kommen von mir fröhlich-sommerliche Tracks von Onk Lou, Beirut und Superfood. Nas, Hannah Waters und D/troit bringen den Soul in meinen und euren Allltag und da fangen uns dann Billy Bragg und Wilco in einer großartigen Kollaboration direkt auf, bevor ich in der Schublade der großen alten Songschreiber wühle: George Harrison, Yusuf/Cat Stevens und Paul Simon. Alle drei habe ich unabhängig voneinander in den letzten Wochen  so zufällig in Läden und Serien gehört, dass ich das als Zeichen werte. Ein wenig nostalgisch wirds bei Chris Cornell damaligen Beitrag zu „Great Expectations“, wenn er von einem „Sunshower“ singt – toll war das damals und ist es heute! Und dann – schließlich noch mal die volle Dröhnung Sommer mit den Undertones und Superchunk. Die letzten vier Titel sprechen für sich (eine Reizwortgeschichte? – Vielleicht.): „Million Enemies“ von Wavves, „You’re in Love With A Psycho“ von Kasabian und „call the police“ vom großartigen, zurück auf der Bildfläche erscheinenden LCD Soundsystem. Alles wofür? Für’s „Dolce Vita“ von Ryan Paris. Das Vita it dolce for real, Freunde.

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