Jaja, da isser wieder, der Frank Turner. Und wenn  er neues Material auf den Markt wirft, dann kracht’s und sogar ich erwache aus meinem viel zu langen Winterschlaf. Also, liebe Leser, what’s up?

slide-frank-turner

Frank Turner, der original Son of Liberty, musste sich in den letzten paar Jahren mit einigen Anfeindungen auseinandersetzen: Er hätte sich verkauft und wäre nicht mehr Punk. Zur Zeit der London-Riots im Jahr 2011 unterstellten ihm manche vorwitzige Kandidaten sogar, er wäre konservativ (weil er alle gebeten hat, bitte nicht Wohnungen anzuzünden). So oder so – wie und schon aus erster Hand beantwortet wurde – hat der  Turner einen ausgesprochen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn: Sei es für die Strummer Foundation oder für den anderen Shout-out, wenn ihm eine Sache direkt am Herzen liegt.

Allen Zweiflern zum Trotz hat er nun einen Song, den zweiten Vorboten zum neuen Album „Be more kind“ veröffentlicht, dessen Titel einem ein wenig Gänsehaut über den Rücken jagt: „1933“ heißt der Track und ja, da klingeln jetzt bitte bei uns allen die Alarmglocken. Europa in Aufruhr, stabile Regierungen nicht in Sicht, zu viele fühlen sich benachteiligt, die rechten, nationalen und populistischen Parteien gehen auf Rattenfang undundundund. Aber meint Frank Turner genau das?

Ja, meint er: „Stop asking musicians what they think/ He said softly as he poured himself a second drink/ And outside, the world slipped over the brink/ We all thought we had nothing to lose/ That we could trust in crossed fingers and horseshoes/ That everything would work out, no matter what we choose“. Die Zeiten, in denen keiner eine Meinung haben wollte oder durfte, sind vorbei. Vom Fußballer bis zum Musiker, vom Künstler bis zum Beamten: In Zeiten wie unseren muss man für seine Werte einstehen und nicht immer nur „die anderen“ machen lassen. Klar, es wäre immer einfacher, sein leben nur für sich zu leben – wen kümmert’s schon, denn die da oben machen doch eh was sie wollen? Ist das so? Meinen die das wirklich?

Mir persönlich kommt das alles viel zu bekannt vor und vielleicht ist es nicht Frank Turners Intention, aber ich hoffe, er meint es durchaus so, wenn er es singt: „Aren’t you ashamed of this? I surely hope that you are/ We’re living in a society that’s maybe heading for Mars/ But down here we still have a shower of bastards leading the charge/ Outside it’s 1933 so I’m hitting the bar.“

Er ist also immer noch zornig, der Frank Turner. Was sie ihm nicht alles unterstellt haben…. Aber nein, seine Meinung sagt er noch immer. Und natürlich hilft Bier und Schnaps in politisch so verfahrenen und gespaltenen Zeiten, wie wir sie im Moment überall haben. In unserem letzten Interview erzählte Frank Turner bereits, dass eigentlich ein Album fertig war, aber dass er das verworfen hätte – weil er der Drang verspürte, etwas loszuwerden, seinen Unmut über die aktuelle Lage der Welt. Wir sagen: Super! Denn der Song hat nicht nur eine wichtige Botschaft, nein – er fetzt auch ganz unpoppig daher, so richtig zornig und vor den Latz wie früher.

Siebtes Album: „Be more kind“

Und nicht nur den Song hat Frank Turner in einer Reihe von Zeichnungen auf seinen Social Media-Kanälen angekündigt. Nein, das lang ersehnte Album Nummer 7 (8, wenn man die Compilation „Songbook“ mitzählt) kommt am 4. Mai 2018 in die Läden und es trägt im Titel das Motto, nach dem wir in diesem Jahr eigentlich alle leben sollten: „Be more kind“. Oder immerhin „Try to be more kind“. Auf Tour geht der Live-Show-Superhero auch noch, alle Daten findet ihr hier.

„Be more kind“ von Frank Turner erscheint am 4. Mai 2018.

PS: Ich schäme mich. Wirklich. Ich wollte etwas über das überragende Album von Beck schreiben und dann noch über das ein oder andere Konzert. Aber dann kam die Arbeit dazwischen. Dann der Rücken. Dann der Winterschlaf. Und jetzt ist Februar 2018 und ich gelobe Besserung. In diesem Sinne: Bis bald!