Für das nahende Wochenende gibt es zweimal neue Musik von zwei meiner Favoriten: Ryan Adams hat mit „Baby I Love You“ einen beatlesquen Lovesong veröffentlicht und Courtney Barnett kündigt mit der knackigen Single „Nameless, Faceless“ ihr nächstes Album für Mai an. Hört, hört!

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Ryan Adams – Baby I Love You

Da ist er wieder! Gut, genaugenommen ist er ja nie weg, mein Lieblings-Musik-Maniac, sondern non stop fleißig am Werkeln in seinem PaxAm Studio in L.A. Nach dem vielgelobten 2017er Album „Prisoner“ hat er also diese Woche pünktlich zum Valentinstag eine neue Single auf uns losgelassen, der alte Romantiker.

In „Baby I Love You“ bestätigt sich jetzt durchaus seine neueste und auch dezent in Social Media zelebrierte Obsession – die Beatles. Der Retro-Feel dieser Nummer, der Beat, der Gitarrensound und dann noch die offene Hommage an „All You Need Is Love“ im Zwischenteil, da will es einer wissen!

Trotzdem bleibt der Song bei aller erkennbaren Anlehnung doch ein klassischer Adams. Wie auch zuletzt auf Prisoner verpackt er die Portion Herzschmerz in den Lyrics („I don’t want any more tears, I’m just broken from the years“) in eine wunderbar erbauliche Melodie und am Ende gibt’s gar noch Kirchenglocken zum mantramäßigen Outro. Kurzum, er schreibt einfach scheinbar mühelos gute Songs.
Konkret ist jetzt zwar noch nicht vom nächsten Album die Rede, aber erst gestern verkündete er – zwischen den obligatorischen Bildern seiner Katzen, Effektpedale und Pinball-Machines – in einem Video auf Instagram: „New Songs blossoming at PaxAm.“ Und auch das darin zu hörende Sound-Snippet klingt schon wieder äußerst hervorragend.
Also, der Nachschub wird kommen, früher oder später. Wir haben mal ein Auge auf seine Label-Seite und natürlich auf sein Instagram.

 

Courtney Barnett – Nameless, Faceless

Auch unsere Lieblings-Australierin hat neues Material parat! Nachdem es bereits am Montag einen geheimnisvollen Albumteaser gab, hat Courtney Barnett gestern dann für den 18. Mai ihre nächste Platte auf dem eigenen Label Milk! Records angekündigt. „Tell Me How You Really Feel“ wird sie heißen und die Spannung ist groß, wie sie sich neben ihrer Double EP „A Sea Of Split Peas“ (2013) und ihrem offiziellen Debüt „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ (2015) machen wird.

Einen ersten Vorgeschmack gibt sie uns ebenfalls seit gestern in Form der Single „Nameless, Faceless“. So knallig das Video (singende Katzen, Erdnussflips, Würstl im All) so nachdenklich stimmt die Thematik. Barnett hat den Song um einen Refrain gestrickt, in dem sie sich eines bekannten Zitats der kanadischen Autorin Margaret Atwood (u.a. The Handmaid’s Tale, Alias Grace) bedient: „Men are afraid that women will laugh at them. Women are afraid that men will kill them.“ Ja. Darüber muss man dann auch erstmal nachdenken.

Passend wird weiter sinniert: Warum muss man sich als Künstler im Internet eigentlich von armseligen Trollen beschimpfen lassen („He said „I could eat a bowl of alphabet soup and spit out better words than you“ But you didn’t.“) und warum ist es normal, dass wir Frauen uns beim nächtlichen Heimweg durch den Park schonmal präventiv den Schlüsselbund zwischen die Finger klemmen? Gewohnt clever und sarkastisch nähert sich Courtney Barnett in der ihr ganz eigenen Weise den zwischenmenschlichen und globalen Konfliktthemen unserer Zeit. Das macht sie stets trocken und ironisch, intelligent aber nahbar.
Zusammen mit ihrem unverwechselbaren Sound zwischen Punkrock, Indie und Folk hat sie sich so in den letzten Jahren einen soliden Platz in der Musikszene erspielt – und bitte, nicht nur in der weiblichen!

Zuletzt machte sie mit ihrem Buddy Kurt Vile und dem gemeinsamen Album „Lotta Sea Lice“ von sich Reden und war zwischenzeitlich unterwegs auf Tour mit der Band ihrer Partnerin Jen Cloher, in der sie Gitarre spielt.
Immer was los bei der Courtney, so gefällt uns das! Jetzt freuen wir uns also erstmal auf den Mai und die kommende Platte und dann hoffentlich auch wieder auf eine eigene Tour, denn diese Frau ist live genauso uneingeschränkt empfehlenswert.

 

Bild: themusicminutes / PR