Wir sind auferstanden und mit uns unsere Playlists. Hallelujah! Ab sofort gibt es wieder monatlich kompilierte Favoritenmusik quer durch Genres und Zeiten. Für den März mixen wir meteorologisch passend gleichmal stürmisch alles zusammen, was uns gerade umtreibt. 

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Kerstin

„Back from Space“ sind nicht nur wir, sondern auch die Steaming Satellites, die für April einen neuen Longplayer mit eben diesem Namen angekündigt haben. Den Titeltrack gibt’s schon und mit dem starten wir groovy und gut gelaunt in die Playlist. Ebenfalls mit neuen Singles – und kommenden Alben – erfreuen uns dieser Tage Courtney Barnett und Eels. Die liebe Courtney verschlägt es live vorerst leider nur nach Berlin und Köln, aber unsere Salzburger und der Mr. E kommen dafür brav nach München (im Mai, respektive Juni).

Ryan Adams, mein Lieblings-Weirdo und überhaupt Mann vieler Talente findet zwischen Gärtnern, Comicbucharbeit und Pinball-Mania auch noch Zeit für Romantik und hat uns einen beatlesquen Love-Song geschenkt. The Breeders sorgen sich derweil um „Nervous Mary“, der Editors neuer Song „Hallelujah“ fetzt überraschend ordentlich und mit den Monsters Of Folk nehme ich meinen Hut in Richtung McDonagh, MacDormand, Harrelson, Rockwell und Co, die „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ zu wirklich großartiger Kinounterhaltung gemacht haben.

Die „Hui, ich muss mich kurz setzen.“-Tourankündigung der Stunde kommt von Thrice. Heuer also endlich wieder einmal eine Show in München (26.6.!!!) und keine Campingausflüge quer durch die Republik. Eine Entdeckung sind Turnstile. Mehr 90ies wird’s grade nicht mehr, als bei dieser Hardcore Fraktion aus Baltimore. Auf ihrem am 23. Februar erschienenen zweiten Album „Time & Space“ lassen Fugazi und Quicksand ganz lieb grüßen. Apropos Quicksand – eines der besten Alben des vergangenen Jahres (und das nach über 20 Jahren Pause!) und einer der großen Songs 2017 dazu: „Cosmonauts“ bleibt auf Rotation und kein Ende ist in Sicht. Danke, Walter! Dazwischen darf abgegangen werden mit frischen Songs von Tusky aus Holland (neu und super) und des geschätzten John Reis‘ Hot Snakes (alt und super).

Den Kehraus leiten dann wieder gemäßigt Pianos Become The Teeth ein, deren neues Album „Wait For Love“ ist vor zwei Wochen erschienen. Nick Cave & The Bad Seeds finden zwischen Touren und Soundtrackarbeit immer noch Zeit und bringen ihr Kopenhagen-Konzert der vergangenen Skeleton Tree Tour auf die Kinoleinwand. Nur am 12.4. gibt es „Distant Sky“ in 500 Kinos weltweit zu sehen. Und zum Schluss noch ein Soundtrackbeitrag von PJ Harvey. Phantastic Polly Jean hat für den britischen Film „Dark River“ (u.a. mit Ruth Wilson aus „The Affair“) mit „An Acre Of Land“ ihre ganz eigene,  wunderschöne Interpretation dieses englischen Volkslieds beigesteuert.

Das war Teil Eins. Ich sag: Habe die Ehre und Ursi, übernehmen Sie!

Ursi

Um Gottes Willen, lange her. Viel zu lange, behaupte ich. Aber irgendwo muss man ja wieder anfangen und das am Besten bei einer fein kuratierten Playlist. 14 Songs hab ich dazu geworfen. Es geht zackig los mit The Decemberists los: Spitzensong mit Ohrwurm-Potenzial von den Portland-Dudes. Mit einer ebenfalls recht ohrwurmartigen Mega-Kollabo gehts auch gleich weiter: Rivers Cuomo von Weezer unterstützt das Elektro-Duo Zeds Dead („Zed’s dead, baby. Zed’s dead.“ – Pulp Fiction-Fans know.), aber nicht allein: Pusha T. mischt auch noch mit und den kennt man ja eher als Rapper aus der Bronx.

Wenn einer nicht fehlen darf, dann unser Spezl, der Turner Frank: Der ist in „1933“ so richtig sauer und ihm ist es wurscht, ob damit jetzt keiner gerechnet hat. Man darf gespannt sein, wie das neue Album wird – ich hoffe auf zornig und politisch, weil er das allemal drauf und auch bisserl versprochen hat.

Ja, und da kommt er, der Beck. Ein Album vom anderen Stern hat er letztes Jahr hingelegt und in genau die gleiche Kerbe schlägt in meinen Augen auch seine Cover-Version des Violet-Femmes-Klassikers „I’m Waiting for the Man“. Cooler Hook, cooler Song, astrein coole Version – cool.

Bäm, jetzt kommt mein Frauen-Quintett: Weil ich endlich nach Schottland in Urlaub fahre, dürfen Garbage bei all der Vorfreude in meiner Playlist nicht fehlen. Spätestens beim Video zu dem Song wollte man 1995 mit Shirley Manson befreundet sein. Schon ein Vierteljahrhundert alt und immer noch saucool ist „Blood Makes Noise“ von Suzanne Vega und apropos „saucool“: Versucht mal bei „Fever Boy“ von FEMME stillzuhalten. Unmöglich. Laura Marling hat extra für eine meiner Lieblingsserien einen Song eingesungen: Ein Cover von Bob Dylans „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ hat sie für „Peaky Blinders“. Wer die Serie um Cilian Murphy (und Tom Hardy und Adrien Brody) nicht kennt: Watch it by order of the Peaky Blinders! Beim nächsten Song bin ich mir ab und zu nicht sicher, ob er mir zu sperrig ist. Meistens nicht: Joan As Policewoman hat mit „Warning Bell“ einfach ein zauberhaft schönes Lied geschrieben, ganz anders als früher, aber nichtsdestotrotz ganz groß.

Und dann verabschiede ich mich still und leise mit Yo La Tengo und den Schotten von Frightened Rabbit.

Renzo

Still und leise kann er zwar auch, aber George Ezra meldet sich mit einem ungestümen Frühlingssong zurück – und katapultiert uns direkt ins „Paradise“.  Everything Everything schließen mit ihrem discoesquen Indie-Hit „Can’t Do“ an. Ein Hoch auf das Falsett!

Twin Shadow begleitet uns zusammen mit Haim in den Samstag. Klingt irgendwie nach Achtzigern. Und wenn wir schon mal hier sind: „Maneater“ von Daryl Hall & John Oates. Die Young Fathers holen uns zurück ins Jetzt. Ich kann es kaum erwarten, ihr neues Album, das im April erscheint, zu hören.

Er hat schon neues Material veröffentlicht, ist aber eine meiner Neuentdeckungen: Rejjjie Snow macht ziemlich smoothen Hip-Hop aus Irland. Funky geht’s mit der neuen Single von Janelle Monáe weiter. Die britische Newcomerin Jora Smith, die u. a. auf dem „Black Panther„-Soundtrack zu hören ist, verpackt Neunziger R’n’B in moderne, minimalistische Arrangements. Ähnlich wie Banks, die uns in „Underdog“ anbellt. Darauf ein „Drumsolo“ von meinen momentanen Lieblingsösis Leyya, bevor Rhye das Tempo mit ihrem Blue-Eyed-Soul drosseln.

Eingeschlafen? Kein Problem! Róisín Murphy holt uns mit viel „Ramalama (Bang Bang)“ zurück. Den Rausschmeißer macht dieses Mal Graham Coxon mit seinem nuscheligen Song „Walking All Day“ aus der Mini-Serie „The End Of The Fucking World“.