Mit unseren Konzertempfehlungen haben wir es zuletzt besonders arg schleifen lassen. Aber es ist noch nicht Hopfen und Malz verloren bei uns und deswegen wird die Rubrik jetzt wiederbelebt! Weiterhin treiben wir Drei uns ja doch ganz gern auf den zahlreichen Shows herum, die München im Angebot hat. Zählen kann die monatlichen Konzerte bald keiner mehr, und alles anschauen, schon gleich gar nicht. Wir sagen euch also, was sich lohnt, bzw. wo es uns tatsächlich im April hinverschägt.

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Kerstins Top 3

10. April| Beatsteaks | Zenith

Nach längerer, selbst auferlegter Pause – das Feuer zwischen uns war irgendwie nicht mehr so am Lodern – gab es im Januar eine neue Chance für den Fünfer aus Berlin und mich. In der guten alten Heimat, im Silo in Töging wurde zum großen Schauspiel geladen und es war weniger ein zartes wieder Annähern, als ein neu vom Blitz getroffen werden. Meine Güte, was war das für ein Auftritt! Der Abend, die Stimmung und die Show waren dermaßen großartig, dass natürlich unbedingt die Wiederholung her muss. Etwas größer (ca. 500 vs. grob 5.000) und mit mehr Distanz geht es diesmal im Zenith zur Sache. Ob diese Ausgabe mit der wahnwitzigen Pogo-Sauna vom Januar mithalten kann ist zwar fraglich, aber alle Mal einen Versuch wert.

20. April| Editors | TonHalle (Ausverkauft)

Noch nie wirklich live gesehen (vielleicht mal auf einem Festival?), es ist also an der Zeit. Zugegeben, ich bin nicht der glühendste aller Fans – mit dem Gesang von Tom Smith ist es manchmal so eine Sache – aber zweifellos sind da schon sehr feine Lieder im Angebot und an der „An End Has A Start“ kam man 2007 einfach nicht vorbei. Bei „Smokers Outside The Hospital Doors“ stellen sich mir dann tatsächlich immer noch alle Nackenhaare auf. Diese Song ist und bleibt ein echtes Schmuckstück.
Bis auf das überraschend fetzende „Hallelujah (So Low)“, weiß ich beim neuen Album „Violence“ jetzt auch wieder nicht ganz genau, was ich davon halten soll, aber vielleicht ist das Live-Erlebnis dann ja genau das Richtige. Und möglicherweise wird es am Ende noch Liebe auf den zweiten, oder eher zehnten Blick…

28. April| Hot Water Music| Muffathalle (Ausverkauft)

Eine dieser absoluten Fels in der Brandung-Bands. Wenn alle rechts und links musikalisch den Verstand verlieren, auf Hot Water Music ist Verlass. Der Post-Hardcore-Vierer aus Gainesville, Florida ruht sich weder auf seinen alten Lorbeeren aus, noch müssen sie sich andauernd neu erfinden. „No Divison“, „A Flight And A Crash“ und „Caution“ sind Scheiben für die Ewigkeit und alles davor und danach schreit ebenfalls nicht Mittelmaß. Dass Frontmann Chuck Ragan dazu noch einer der besten Menschen im Musikgeschäft ist, und auch solo alles niederreißt mit seiner Orkanstimme, schadet auch nicht.
Leider sieht es so aus, als würde er in Europa auf seinen Gesangs- und Gitarrenkollegen Chris Wollard verzichten müssen. Der macht nämlich gerade weniger gute Zeiten durch und ist nicht tourfit. Das wäre unglaublich schade, weil die beiden zusammen nicht nur stimmlich die perfekte Front ausmachen. Aber es lässt sich nicht ändern und bleibt zu hoffen, dass Chris Chresswell von den Flatliners, die als Support dabei sind, ihn würdig vertritt.

Dazu im Kalender: Nada Surf in der Muffathalle (9.4., siehe Ursi), Nick Cave mit seinem Kopenhagen-Konzert einmalig im Kino (12.4.) und die schnittigen Beasts from Southeast am DJ-Pult im Maroto (13.4.)


Ursis Top 2

08. April | Holly Miranda | Milla

Holly Miranda ist ein Multi-Talent. Sie spielt Klavier, Trompete und Gitarre und singt. Dieses Jahr hat sie ihr drittes Album, „Mutual Horse“, veröffentlicht und mit dem schaut sie jetzt in der Milla vorbei. Es gibt Singer-Songwriter-Musik, manchmal dreckige Texte und Humor live auf der Bühne sowie das Album „High Above The City“ am Merch-Stand, das man nur bei den Konzerten der Amerikanerin kaufen kann.


09. April | Nada Surf | Muffathalle

Vor 15 Jahren schon veröffentlichten Nada Surf ihr großes Album „Let Go“. Wir fühlen uns ein bisschen alt, feiern mit den New Yorkern und finden uns „A Evening with Nada Surf“ in der Muffathalle ein. Als bahnbrechend galt dieser Sound damals, 2002. „The Way You Wear Your Head“ war da mit dabei und „Happy Kid“. Und weil das alles so schön war und schon 15 Jahre her ist, spielen Nada Surf das Album „Let Go“ einmal in seiner Gesamtheit durch. Das ist aber nicht alles: Nach einer Pause geben sie weitere, immer wunderschöne Songs aus ihrer 25-jährigen Band-Karriere zum Besten. Die Freude ist groß!

Noch im Kalender: Hot Water Music in der Muffathalle (28.4., siehe Kerstin)