Wenn man mit Karamelltorte ins neue Jahr startet, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Dazu gute Musik und die Vorfreude auf neue Film- und Serien-Highlights – hier kommt Teil 3 unserer Jahresvorschau mit erweiterter Playlist. Los geht’s, 2019, bring it on! 

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Happy Birthday to us! Wirklich schon sechs Jahre? Gerade habe ich doch noch Mixtapes aufgenommen, schon höre ich Streaming. Na ja, ist halt doch schon ein paar Jahre her. Als ich neulich in einem Elektronikfachmarkt Kassetten u. a. von Florence + The Machine entdeckte, wurde ich kurz nostalgisch.

Aber nur kurz. Schließlich hat die Jetztzeit einiges zu bieten. Heute schlägt mir neben anderen Popkultur-Nerds eben auch Spotify immer mal wieder neue Musik vor, die mir gefallen könnte. Nicht immer, aber oft liegt si*er – hey, wir wollen korrekt bleiben – richtig. Auf diese neuen Alben, Newcomer und Konzerte sowie Serien und Kinofilme freue ich mich schampar.

Neue Alben!

Tame Impala kannte ich zwar schon, dennoch tauchte ein alter Song auf dem Radar meiner Spotify-Freund*in auf.  Mit „The Less I Know The Better“ verbinde ich einen besonderen Moment: In einem Lyft fuhren wir vor zwei Jahren abends durch die hügeligen Straßen von San Francisco. Der Song dröhnte aus dem Autoradio, die kalifornische Gelassenheit hatte mich vollkommen vereinnahmt. Solche Momente wünsche ich mir auch für 2019. Vielleicht zu den neuen Songs von Tame Impala. Denn die Australier haben ein neues Album parat.

karamell-foreverIch bin sehr entspannt ins neue Jahr gestartet. Mit guten Freunden, gutem Essen und einer selbstgemachten Karamelltorte. Mein erster Song im Ohr: „Walk On The Wild Side“ von Lou Reed, während ich in der Münchner U-Bahn in New-York-Erinnerungen schwelgte. Letztes Jahr war ich endlich das erste Mal im Big Apple. Am liebsten würde ich dieses Jahr gleich wieder hin. Dieses Mal idealerweise inklusive eines Besuchs beim Afropunk Festival in Brooklyn, das wir letzten Sommer knapp verpasst haben.

Das Line-up steht noch nicht, aber ein passender Kandidat wäre Kaytranada. Das Debütalbum des queeren kanadischen Produzenten, „99.9%“, ist nun auch schon drei Jahre alt. Wird also Zeit für Nachschub. Womöglich ist die neue Single „Nothin‘ Like You/Chances“ ein erster Vorbote. Gekonnt kombiniert Kaytranada Hip-Hop, Soul und Jazz mit elektronischer Musik.

Einen ähnlich Hybrid-Sound produziert sein US-Kollege Toro y Moi. Sein neuer Song „Ordinary Pleasure“ macht sehr schnell sehr gute Laune. „Outer Peace“, das gerade erschienen ist, ist bereits sein sechstes Album.

Eine ganze Reihe neuer Alben wurden für dieses Jahr angekündigt, viele allerdings noch ohne konkretes Release Date. So soll „Little Sis“ Solange neues Material am Start haben, während Big Zis, meine Schweizer Lieblingsmusikerin, mit ihrer Single „Hang“ neugierig auf frische Tunes macht. Ein paar Guilty Pleasures sind auch dabei: Rihanna und Adele könnten 2019 mit neuen Alben überraschen, genau wie Madonna. Gespannt bin ich auch auf das neue Werk von Mark Ronson. Die erste Single, eine Kollaboration mit Miley Cyrus, klingt schon mal vielversprechend.

Mit Chaka Khan kehrt 2019 außerdem eine Soul-Legende zurück. Für ihr neues Material, das überraschend modern klingt, arbeitete sie mit Switch von Major Lazer zusammen. Und dann wäre da noch das Versprechen von mindestens zwei neuen ABBA-Songs, das seit Monaten durchs Netz kursiert. Es wären die ersten neuen Titel der schwedischen Hit-Maschine seit über 35 Jahren!

Neue Künstler!

So lange ist Lizzo noch nicht im Business. Als sie geboren wurde, war das letzte ABBA-Album „The Visitors“ schon sieben Jahr alt. Die US-Sängerin erinnert mit ihrem funky Pop und ihrem schrillen Look an eine Mischung aus Bruno Mars und Kelis. Sie arbeitete bereits mit Prince zusammen und veröffentlichte zwei Alben. 2019 könnte ihr der Durchbruch gelingen. Ihre Single „Juice“ macht Bock auf mehr.

Bereits erschienen ist das Debütalbum von Maggie Rogers. Die Newcomerin wickelt mich mit ihrer Mischung aus Dance Pop und Folk um den Finger. Klingt irgendwie schlimm und trifft sicherlich nicht jeden Geschmack, aber die 24-Jährige bringt auf jeden Fall frischen Wind ins Popgeschäft.

Einen wirren Mix liefert auch die Londonerin Bishop Briggs, deren Debüt „Church Of Scars“ letztes Jahr erschien. Ebenfalls vielversprechend klingen die bislang veröffentlichten Songs von Billie Eilish, deren Lorde-esquer Sound zu recht weltweit gehypt wird. Und Husky Loops aus London machen poppigen Indie-Rock, ihre Einflüsse reichen von Black Sabbath über Aphex Twin bis D’Angelo.

Neue Shows!

Auf Konzerten war ich vergangenes Jahr selten. Ein guter Vorsatz für 2019! Der wird spätestens Ende März in die Tat umgesetzt (zumindest, wenn ich dann nicht im Urlaub bin): Am 23. März kommt mein Lieblingsrapper Anderson . Paak in die Münchner Tonhalle. Zuvor wäre ich auch bereit für The Streets, ich fürchte nur, die Show ist schon ausverkauft – Ursi war schneller. Gesetzt ist auch Florence & The Machine am 2. März in der Olympiahalle. Ihr letztes Album überzeugte mich zwar weniger, aber die alten Dauerbrenner gibt es live garantiert auch zu hören. Und dann sind da noch die Shows von Elton John in der Olympiahalle. Dem alten Haudegen schaut und hört man immer noch gerne zu, findet auch Kerstin.

Neue Eyecatcher!

Auf das Biopic „Rocketman“ des 71-jährigen Superstars freue ich mich sehr. Allein die ersten Bilder und der Untertitel „Based on a True Fantasy“ versprechen einen echten Hingucker. Ob der Film über Elton John ein ähnlicher Erfolg wie „Bohemian Rhapsody“ wird? Kaum erwarten kann ich – wie vermutlich gefühlt zwei Drittel der Weltbevölkerung – die finale Staffel von „Game of Thrones„. Ich schwanke noch zwischen #TeamSansa und #TeamKhaleesi.

In Sachen Serien freue ich mich außerdem auf die dritte Staffel von „True Detective“ mit Mahershala Ali (bekannt aus „Moonlight„). Der Schauspieler ist auch in „Green Book“ zu sehen. Er spielt einen Jazz-Pianisten, der während der Sechziger Jahre von einem weißen Chauffeur durch die Südstaaten der USA gefahren wird. Der Soundtrack wartet mit zahlreichen Soul-Klassikern auf.

Boy Erased“ ist ein Film über einen schwulen Jungen, der von seinen Eltern in ein „Umerziehungscamp“ geschickt wird. In einer tragenden Nebenrolle ist Popstar Troye Sivan zu sehen. Extra für den Film nahm der australische Sänger – am 13. März übrigens live in der Münchner Tonhalle – den Song „Revelation“ auf. Dafür arbeitete er mit Sigur Rós zusammen.

Gespannt bin ich auch auf die neue Netflix-Produktion „Matrjoschka„. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die immer wieder ihre 36. Geburtstagsparty durchlebt. Die Hauptrolle übernimmt Natasha Lyonne, bekannt als Nicky aus „Orange Is The New Black„, als Gaststar wurde Chloë Sevigny angekündigt.

Darüber hinaus gehen 2019 zwei meiner persönlichen Neuentdeckungen (obwohl schon etwas älter) jeweils in die zweite Staffel: die moderne Familien-Soap „This is us“ sowie „The Marvelous Mrs. Maisel“ von „Gilmore Girls“-Erfinderin Amy Sherman Palladino. Die clevere Story über eine Hausfrau in den Sechzigern, die plötzlich ihr Talent als Comedienne entdeckt, begeistert mich nicht zuletzt mit der großartigen Musikauswahl an Oldies.

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Neue Hymnen!

Und dann wäre da noch ein Ereignis, das mir sehr am Herzen liegt. Denn nicht nur unser kleiner Blog feiert Geburtstag. Im Sommer vor 50 Jahren legten mutige LGBT-Vorkämpfer bei den Stone Wall Riots in New York den Grundstein für die heutige Schwulenbewegung. Das will gefeiert werden. Also, Fäuste in die Luft und dance – und vielleicht gibt’s dazu noch ein paar neue Hymnen.

Das war’s mit unserer Jahresvorschau. Die Playlist ist um meine aktuellen Favoriten ergänzt und wir freuen uns auf ein phänomenales 2019!

 

Fotos: Unsplash