Wer macht die schönste Musik? Freunde! Wie schön so eine  Freundschaft sein kann, hört man der Band The Mowgli’s aus San Francisco auf ihrer Debut-EP „Love’s Not Dead“ an. California Surfpop meets Indie-Folk –  das kann ja nur gut werden und nach ewigem Sommer klingen!

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Man kommt um diesen Sound im Jahr 2012 nicht herum: Folk. Viele Bands haben die Stilrichtung, die the one and only Woodie Guthrie auf seinen Reisen durch die USA geprägt hat, in diesem Jahr wiederaufleben lassen. Die markantesten Vertreter des Genres an  der amerikanischen Westküste dürften Edward Sharpe & the Magnetic Zeros sein: Die Combo um Alexander Ebert sieht meistens so aus als hätte Woodstock erst gestern stattgefunden und bescherte uns dank „Home“ den Mitpfeifhit des Sommers. Sharpe? Ebert? Hä? Überblick verloren? Ganz einfach: Alex Ebert hatte in seinem Drogen-Rehabilitationsprogramm eine Erscheinung, in der ihm ein Messias namens Edward Sharpe erschien. Der war auf die Erde zurückkehrt um die Menschheit zu retten. Wer hätte gedacht, dass das Sharpe aka Ebert zumindest musikalisch wirklich gelingt?

Sharpes Anhänger des Indie-Folks säumen die kalifornische Westküste: Mehr oder weniger dem Surfpop der Sechziger angetan, aber immer mit ordentlichen „dudududus“ oder „lalalalas“ und einer großen Portion Indie im Gepäck bevölkern Bands wie Grouplove oder eben auch The Mowgli’s die Coastline zwischen San Francisco und San Diego. Ihnen allen gemeinsam mit den alten Folkbands ist, dass sie ihre Instrumente selber spielen können (keine Selbstverständlichkeit in Zeiten von Autotune und komplett computergenerierten Arrangements) und selber schreiben. Außerdem beherrschen sie alle neben den traditionellen Instrumenten meistens auch noch ein Keyboard und dessen Synthie-Sounds. Während zum Beispiel die Lumineers in ihrer traditionellen Drei-Mann-drei-Instrumente-Combo viel erdiger und trockener klingen, haben sich diese jungen Bands dem Californian Way of Life verschrieben: easy-breezy, wird schon werden.

Die neueste Band aus diesem Fundus sind The Mowgli’s: acht Freunde, fünf von ihnen kennen sich schon ihr Leben lang aus dem kalifornischen San Fernando Valley, drei kamen aus dem Mittleren Westen der USA hinzu. Sie alle schätzen den guten, alten Sound der Hippie-Ära und das hört man ihnen an: Neil Young klingt durch, ebenso wie The Byrds und Dr. Dog. The Mowgli’s selbst bezeichnen sich als Mischung aus Rock’n’Roll, tanzbarem Indie-Folk und Protestsong. Auf ihrem Debut „Love’s Not Dead“ zeigen die acht Bandmitglieder, wieviel Spaß sie an der Musik haben: Mindestens die Hälfte der Band singt bei „San Francisco“ mit, einer Hymne an ihre Stadt und die Liebe – Ohrwurmpotenzial garantiert. Mancher Song erinnert schon fast an FUN. oder Foster the People und deren teilweise hipsterartigen Sound, allerdings entspricht die Mehrheit der Tracks auf der EP dem Folk-Ideal: mehrstimmiger Gesang, Percussion, Gitarre. Man nimmt ihnen ihre indie-folkige Barfußmucke schon ab, ist sich aber nicht ganz sicher, ob das vielleicht nicht doch nur eine Modeerscheinung bleibt. Sicher ist, und das hört man ihnen an, dass The Mowgli’s sich im echten Leben genau so gut wie in ihren Songs verstehen.

Also, Spannung: Entweder es entwickelt sich hier eine Band, die bleibt – wie Edward Sharpe & the Magnetic Zeros, nur jünger und bissl mehr Indie mit Pop als Folk. Oder es entsteht eine Combo, die im ganzen Wirrwarr der kalifornischen Indie-Folk-Pop-Bands wie eine leichte Sommerbrise einfach verweht.

Bis dahin gilt: Hier via Bandcamp reinhören!

Foto: PR