Am Anfang ist Feuerwerk. Wer sein Album mit Geböller beginnen und enden lässt, muss Großes beweisen: Die kanadischen Japandroids schaffen das mit links.

Ein Duo aus Vancouver, ein Schlagzeug und eine Gitarre ergeben im Falle der Japandroids das perfekte Indie-Alternative-Album: „Celebration Rock“. Von einschlägigen Musikmagazinen und -websites dieses Jahr absolut zurecht hoch gelobt, beweist das wirklich dynamische Duo auf Platte und auch live, wieviel Kraft und Lärm zwei Jungs erzeugen können. „The House that Heaven Built“, Mitsing-Hymne der Fans, ist der Song zu einem der besten Videos des Jahres. So einfach wie das Konzept der Band (Gitarre, Schlagzeug, Gesang) ist das des Clips: schwarz weiß, die Jungs auf Tour mit allem, was dazu gehört. Fragt man Sänger und Gitarrist Brian King, ob das Leben auf ihrer ersten großen Tour wirklich so ist, antwortet der nur: „Yeah, this really is our life. It is crazy.“ Crazy sieht er gar nicht aus, wie er da im Münchner Feierwerk kurz vor dem Auftritt in weißem Hemd rumsteht. Eher wie einer, der noch nicht ganz fassen kann, dass die Band endlich den Erfolg hat, der ihr gebührt.

Die Japandroids sind schlicht und ganz geradeaus, straight forward: Auf der Platte wird nicht lange gefackelt, da lässt Brian King die Gitarre übersteuern, David Prowse legt einen ordentlichen Satz Drums hinterher und beide schreien manchmal neben einer Menge „Yeahs“ und „Ohs“ ihre Emotionen raus – ohne dabei verkitscht oder gar emo zu klingen. Sie singen von Herzschmerz und von Nächten mit zuviel Alkohol – der Jugend halt. Live liefern sie eine energiegeladene Show ab, bei der keiner ruhig stehen bleiben kann und bei der man nicht weiß, was einen erwartet: Es gibt keine Setlist. „Celebration Rock“ feiert den einfachen, aber großen, Zweimann-Rock’n’Roll und damit auch sich selbst. Darauf ein Feuerwerk!

„Celebration Rock“ von den Japandroids hier bei Polyvinyl Records kaufen. Auch als Musikkassette erhältlich!
Foto: PR