Auf ihrem Debutalbum „Lonesome Dreams“ schickt das Quintett Lord Huron ihre Hörer in die Weiten des Wilden Westens – und hat sich dafür zusätzlich eine ganz besondere Geschichte ausgedacht.

Wer den perfekten Soundtrack für lange, verschneite Winterabende sucht, ist  genau richtig: Lord Huron aus LA haben ihn mit „Lonesome Dreams“  abgeliefert. Das Musik- und Kunstprojekt von Ben Schneider klingt nach Wildem Westen (in dem es im Winter auch gern schneit): Mundharmonika, Akustik-Gitarre, Banjo und Windgeräusche gehören neben den mehrstimmigen Harmonien zu den festen Bestandteilen der Songs auf dem Debutalbum „Lonesome Dreams.“

Schneider wuchs in Michigan auf, zog aber nach LA und nach Reisen um die Welt fiel ihm erst vor etwa drei Jahren eines auf: Wie schön es doch zu Hause sein kann. Er verbrachte mehrere Monate in seinem Heimatstaat am Ufer des Lake Huron und arbeitete an Songtexten, die er in Los Angeles und auf seinen Reisen geschrieben hatte. Herausgekommen ist ein unglaublich schönes und auch ruhiges Folk-Rock Album, das klingt wie die leisere Version der Band of Horses oder eben einfach wie Prärie und Wilder Westen.

Anstatt jedoch nur an einem Album zu arbeiten, veröffentlichte Schneider erst zwei EPs und dachte sich in der Zwischenzeit die Legende um den imaginären George Ranger Johnson aus: Er behauptet, besagter Johnson wäre Autor von Wild-West-Literatur gewesen und hätte als so wie ein Karl May Michigans mit seinen Geschichten das Album „Lonesome Dreams“ maßgeblich beeinflusst. Das stimmt zwar gar nicht, ermöglichte dem Visual-Arts-Künstler Schneider jedoch neben den Songs auch das sehr spezielle und Cowboy-lastige Artwork des Albums zu gestalten. Beides ist ihm hervorragend gelungen. Schaut nach Wildem Westen aus und klingt auch noch so.

Der amerikanische Rolling Stone zeigt sich Lord Huron gegenüber begeistert und bezeichnet sie als „Band to Watch“ – eine, aus der was werden kann. „Lonesome Dreams“ ist dank der Legende um George Ranger Johnson und der fein abgestimmten Songs zum Glück schon etwas geworden: Ein Konzeptalbum, dessen Konzept vollends aufgeht.

„Ends of the Earth“ hier bei Spotify anhören:

Lord Huron, „Lonesome Dreams“ erscheint am 18. Januar 2013 bei Pias.
Foto: PR